Universität der Künste Berlin

Klasse Prof. Skopec, Visuelle Systeme

Olivia von Pilgrim

Erika


Thema dieses Projektes ist die fiktive Person der Erika Mustermann, die in Deutschland in Dokumentvorlagen als Platzhalter eingesetzt wird. Der dort angegebene Geburtstag (12.8.1964) und -ort (München) dienen als Anhaltspunkte für die Suche nach der »wahren« Erika – der statistischen Durchschnittsdeutschen. Aus Studien, Befragungen und Erhebungen rekon­struieren wir ihre Wohnsituation, ihr Einkommen, ihre Familienverhältnisse, ihr persön­liches Glücksempfinden.

Die entstandene statistische Narration soll als Film einfach und ohne Vorkenntnisse zugänglich sein. Im surrealen Ton der Computerstimme wird Erikas seltsam vertraute Geschichte erzählt. Die Bilder sind ein Zusammenschnitt aus historischen Privatvideos, Aufnahmen, wie sie fast jeder aus der eigenen Familie kennt.

Durch die Zusammenstellung der Filmausschnitte wird ihnen ihr indivi­dueller Charakter genommen, und sie werden zu einer Gesamtschau des Lebens der Durchschnittsdeutschen verdichtet.

Zusätzlich zum Film gibt es eine Doku­mentation, in der der Begleittext des Films aufgeschlüsselt wird. Die Lebens­­geschichte Erikas wird so Satz für Satz statistisch »nachgewiesen«. Durch das Beifügen der jeweiligen Original­studien gibt es zudem die Möglichkeit, rechts und links der Daten Erikas zu stöbern.