Philipp Schäfer

Im Jahr 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto ein White-
paper mit dem Titel » Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System «. Darin wird eine Alternativ-Währung beschrieben, die vollkommen elektronisch und ohne kontrollierendes Verwaltungsorgan auskommt. Im Gegensatz zu herkömmli-
chen Geldsystemen werden die Geldeinheiten direkt zwischen zwei Nutzern getauscht; eine dritte, glaubwürdige Instanz (beispielsweise eine Bank), wird durch einen kryptografischen Beweis ersetzt. Eine aufschlussreiche Folge dieser Abkopplung von Geldinstituten ist die gegenläufige Entwicklung vom Bitcoin-Kurs und dem Vertrauen in das konser­vative Bankwesen. Der bisherige Höchststand der digitalen Währung wurde am 29. November 2013 — mitten im Chaos der Eurokrise in Zypern erreicht. Der Kurs schoss binnen weniger Tage auf mehr als das fünffache des bisher üblichen Wechselkurses, nämlich auf 1124,76 Dollar pro Bitcoin.


In der Broschüre wird diese noch immer neue Währung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Es wurden Interviews mit Bitcoin-Nutzern geführt, die sowohl Käufer als auch Verkäufer sind. Diese geben Einblicke in das »Wieso?« aber auch das »Wie?«. Außerdem wurde eine Umfrage gestartet, die abzubilden versucht wie das durchschnittliche Nutzungsverhalten aussieht. Verschiedene Beobachtungen nähern sich aus einem visuellen Standpunkt heraus dieser digitalen Währung. Des weiteren wurden Gestalter eingeladen, das Thema grafisch zu bearbeiten. Mit Hilfe von aktuellen Nachrichten werden unterschiedliche, weitreichende Auswirkungen dieser Währung, ihrer Idee und der Technik aufgezeigt. So wird bei der jüngsten Euro-Krise in Griechenland der Bitcoin als mögliche Lösung gehandelt; zumindest stieg der Bedarf nach Bitcoin Anfang Juli 2015 wieder über die durchschnittliche Nachfrage.