Universität der Künste Berlin

Klasse Prof. Skopec, Visuelle Systeme

Clara Becking, Jonas Huckstorf, Axel Vagnard

Agitprop


Wann fangen Kunst und Gestaltung an, manipulativ zu sein? Wann werden sie zum Instrument von Propaganda oder sind verantworlich für postfaktische Des/ Information und alternative Fakten?

Für die erste Ausgabe der »agitprop«, begaben wir uns auf diese Recherche: in die Gegenwart, aber auch in die Geschichte. Denn politische Meinungsmache beschränkte sich nie nur auf Reden und Texte. Sie bediente sich auch anderer Medien. Dem Theater, den bildendenden Künsten, der Musik oder dem Design. Die kraftvollen Vehikel von Agitation und Propaganda fasste man in Zeiten Lenins unter das Kunstwort »Agitprop«.

Agitprop kann eine politsiche Bewegung antreiben, verstärken und zum Erfolg verhelfen. Gleichzeitig wird die Methode politischer Agitation, wie bei den Neuen Rechten, auf eklige und perfide Weise missbraucht. Heute würde man das wohl politische Werbung nennen.

Nachdem wir mit Aktivisten und Künstlern sprachen, Journalisten auf die Suche nach den neuen politischen Kunstpraktiken schickten und selbst politische CIs auseinandernahmen, ist unser erstes Fazit, dass (Achtung Spoiler) das Wissen um die Mechanismen von Agitprop zukünftig zur Medienkompetenz gehört. Ein kritischer Blick enttarnt desinformative Gestaltung. Denn optisches Rumgeschummle kann nur wirken, wenn der Rezipient kein affirmativer Konsument ist.

Die erste Ausgabe der »agitprop« soll diesen kritischen Blick schulen und für die politische Relevanz von Kunst und Gestaltung sensibilisieren.