Infoklasse

Informationsdesign an der UdK Berlin

11. Januar 2018

Q I P U

Während E-Mail-Verkehr heute ein selbstverständlicher, elementarer Bestandteil unserer privaten und beruflichen Kommunikation ist, ist das allgemeine Bewusstsein über dessen Sicherheit bzw. Vertraulichkeit eher gering ausgeprägt.
Dabei gibt es ausreichend Gründe dieses Thema mehr in den Fokus von EndanwenderInnen zu bringen.

Ziel des Projekts ist es ein Visuelles System und einen Algorithmus zu entwickeln, mit dessen Hilfe öffentliche PGP-Schlüssel in eine digitale Grafik umgewandelt werden können. Diese Grafik soll zum einen eine eindeutige Übersetzung des Schlüsselcodes bilden, um nach dem Austausch wieder in den Schlüsselcode zurück übersetzt werden zu können. Gleichzeitig zu dieser formalen Einzigartigkeit soll das visuelle System zum anderen eine formale Klammer bilden, um die erzeugten Grafiken eindeutig als Schlüssel erkennbar zu machen. Durch diese eingängige visuelle Repräsentation des abstrakten Schlüsselbegriffs soll eine Wiedererkennbarkeit und Fassbarkeit geschaffen werden, die die Akzeptanz und Verbreitung PGP-basierter Mail-Verschlüsselungen befördern könnte.

10. August 2017

Erika

Thema dieses Projektes ist die fiktive Person der Erika Mustermann, die in Deutschland in Dokumentvorlagen als Platzhalter eingesetzt wird. Der dort angegebene Geburtstag (12.8.1964) und -ort (München) dienen als Anhaltspunkte für die Suche nach der »wahren« Erika – der statistischen Durchschnittsdeutschen. Aus Studien, Befragungen und Erhebungen rekon­struieren wir ihre Wohnsituation, ihr Einkommen, ihre Familienverhältnisse, ihr persön­liches Glücksempfinden.

Die entstandene statistische Narration soll als Film einfach und ohne Vorkenntnisse zugänglich sein. Im surrealen Ton der Computerstimme wird Erikas seltsam vertraute Geschichte erzählt. Die Bilder sind ein Zusammenschnitt aus historischen Privatvideos, Aufnahmen, wie sie fast jeder aus der eigenen Familie kennt.

Durch die Zusammenstellung der Filmausschnitte wird ihnen ihr indivi­dueller Charakter genommen, und sie werden zu einer Gesamtschau des Lebens der Durchschnittsdeutschen verdichtet.

Zusätzlich zum Film gibt es eine Doku­mentation, in der der Begleittext des Films aufgeschlüsselt wird. Die Lebens­­geschichte Erikas wird so Satz für Satz statistisch »nachgewiesen«. Durch das Beifügen der jeweiligen Original­studien gibt es zudem die Möglichkeit, rechts und links der Daten Erikas zu stöbern.

Der Wert des Zufalls

Auf einem Flohmarktstand verkauften wir 100 »Zufälle« in Kisten. Die Käufer wussten nicht, welche Kiste sie bekommen und was sie darin erwartet. Die »Zufälle« waren dabei höchst unter­schiedlicher Natur: obskure Gegenstände, Handlungsanweisungen, Ausschnitte von Landkarten und vieles mehr. Was ihnen der gekaufte Zufall wert ist, konnten die Käufer im Anschluss selbst bestimmen. Alle wurden dazu aufge­fordert, uns später per E-Mail zu berichten, welche Ereignisse von diesem Zufallskauf angestoßen wurden.

Zufallsgeschichten

Die entstandenen Zufallsgeschichten haben wir in einem offenen Ordnungssystem aus Briefumschlägen zusammengetragen. Auf der Vorder­seite der Umschläge ist jeweils der Zufallsgegenstand abgebildet. Durch das leicht transparente Material des Umschlags scheint die Geschichte, die buchstäblich »hinter dem Gegenstand« liegt. Ein Steckbrief auf der Rückseite des Umschlages gibt Aufschluss über die Daten, die während des »Zufallskaufs« erhoben wurden.