Infoklasse

Informationsdesign an der UdK Berlin

20. Juli 2020

Zeichensystem für die Hochdruckwerkstatt des Medienhauses

In 28 Bildzeichen ist die Ausstattung des Typolabors der UdK dargestellt, um in die Prozesse und Handgriffe beim Buchdruck einzuführen. Das Zeichensystem zeigt die Utensilien und Werkzeuge, wo es geht, in isometrischer Ansicht und wo Ausnahmen sinnvoll sind, in Drauf- oder Seitenansicht. Für die geschlossene Erscheinungsform eines Zeichens, wurde eine Darstellungsform aus schwarzen Flächen gewählt. Der Zeichensatz soll in der Anwendung auf Plakaten im Typolabor und in einem Merkblatt zum Mitnehmen Neulingen in der Hochdruckwerkstatt den Bleisatz näher bringen.

Protest 1900 – 2020

Protest 1900-2100 ist einen Publikation, die eine historische Sammlung und einen spekulativen Ausblick über Zeichen des Protests visualisiert. Anhand von verschiedenen Dystopien wird eine neue Zeichenwelt ins Leben gerufen, die zu den vergangenen Protest- und Widerstandszeichen auf dem Kopf steht.

22. November 2019

Subjective Territory

Subjective Territory started out as a study of human perception within physical space. Its outcome is fully virtual and non-physical. It underlies the thesis that space is understood differently by each and everyone. None of us see the same. Everyone inhabits their own space. My space looks different than yours. I touch it differently, I move differently. Taking this as my starting point I have created ten panoramic 360 degree images that depict my personal space. Each image depicts it in a different way, each referring to a different layer of perception. The images have been programmed to work as a 5 minute video that is accompanied with vocal explanation. Subjective Territory aims to deconstruct personal space by guiding you virtually through specific layers of perception. Each layer depicts a map, each map constitutes a state of subjectivity. Eventually, they come together as a whole new subjectively constructed space.

28. November 2019

Nichtsein

Suizid gilt in den meisten Gesellschaften als Tabuthema. Kaum jemand weiß, dass jährlich mehr Menschen infolge eines Suizids sterben als durch Mord, Krieg, Aids und Unfälle zusammen. Die Masterarbeit „Nichtsein“ zeigt unterschiedliche psychologische, kulturelle, biologische und umweltbedingte Faktoren, die suizidales Verhalten beeinflussen können. Dabei stehen statistische Erkenntnisse persönlichen Schicksalen gegenüber, bei denen zum Teil auch die Suizidenten kurz vor ihrem Tod selbst zu Wort kommen. 

Das Projekt entstand im Rahmen des Visual Society Programs (ViSop) in Zusammenarbeit mit Ellen von den Driesch vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). ViSoP ist eine Kooperation zwischen der Universität der Künste Berlin und dem WZB. 

14. Dezember 2017

Delusion

Orte werden geprägt durch soziale, kulturelle, historische, ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Faktoren. Diese werden räumlich und greifbar in Form von Architektur und Infrastruktur. Durch menschliche Bedürfnisse können zweckgerichtete, künstliche Orte entstehen, die ohne Bezug zu ihrem unmittelbaren Umfeld existieren. Mit Europas »größter tropischen Urlaubswelt« Tropical Islands wurden der Regenwald und die Südsee nach Brandenburg geholt und sowohl natürlich als auch künstlich nachgestellt. Pflanzen, Tiere und Bauwerke aus verschiedenen Nationen werden hier unter einer gigantischen Stahlkonstruktion vereint. Je nach Blickwinkel wirkt die nachgeahmte tropische Szenerie authentisch oder künstlich. Dieses Spannungsfeld gilt es zu untersuchen.

In einer breit angelegten Recherche wurde zunächst Material aus Reportagen, Interviews, Statistiken, Besucher-Bewertungen, Fotos, Geschichte und der Unternehmensphilosophie zusammengetragen. Außerdem dokumentierten wir alles, was man an Pflanzen, Tieren und Nachbauten in Tropical Islands finden kann in einem Fotoprotokoll – ein detailliertes fotografisches Nachschlagewerk, das dem Betrachter einen tieferen Einblick in das Tropical Islands ermöglicht. Auf Grundlage des Morphologischen Kastens von Fritz Zwicky experimentierten wir im nächsten Schritt mit der fotografischen Erzeugung von Illusionen mithilfe von fotografischen Stilmitteln wie Unschärfe, Fokus und Ausschnitt.

In der finalen Umsetzung werden in einem Film, Aufnahmen aus dem Tropical Island mit Found Footage von echten Tropenwäldern vermischt um den Grenzbereich zwischen Original und Imitation auszuloten. Durch die Tonebene wird der Bruch schließlich immer deutlicher, die Tropenwelt wandelt sich zu einem überdachten Erlebnisbad voller Lärm und Inszenierung. Zusätzlich zu den einzelnen Untersuchungen zur Authentizität wurde ein Erscheinungsbild entwickelt, das sich aus den grafischen Elementen der »Vorbildnationen« des Tropical Islands zusammensetzt. Zur Präsentation der verschiedenen Fragmente wurden schließlich in eine Installation konzipiert um das Thema für den Betrachter zugänglich und räumlich erlebbar zu machen. Durch die formale Anlehnung an eine Umkleidekabine wird die Grenze zwischen Außenwelt und Tropenlandschaft nachgestellt.

Mittenmang

Geografische Mittelpunkte lassen sich auf fast beliebig viele Arten finden.
Doch warum wird eigentlich immer nur nach der geografischen Mitte gesucht?
„mittenmang“ ist der Versuch einer neuartigen Mittelpunktberechnung, die
sich zwar an der geografischen Variante orientiert, jedoch mit anderen
Ausgangspunkten arbeitet.

Ziel der Arbeit ist es den sozialen Mittelpunkt der Berliner Alltagskultur zu
ermitteln. Die Methode ist simpel: Es werden Themen aus unterschiedlichsten
Bereichen ausgewählt, Listen der jeweiligen Standorte erstellt und deren
Mittelpunkt berechnet. Am Ende wird von allen erstellten Mittelpunkten
der ultimative Mittelpunkt definiert.

10 x 10m

Wie viel Information benötigt eine Karte um einen Ort vollständig zu beschreiben?
Für das hier gezeigte Projekt wurde zum Sammeln der darzustellenden Informationen eine Fläche von 10m x 10m um den Mittelpunkt Berlins in 100 Quadrate unterteilt. Für jedes dieser Quadrate wurden verschiedene Beobachtungen (u.a. Temperatur, Bodenfeuchtigkeit, Anzahl, Zigarettenstummel, Bewegung) festgehalten.

Das Ergebnis: 100 Darstellungen der festgestellten Beobachtungen, die durch Überlagerung eine riesige Zahl unterschiedlicher Ortsbeschreibungen für den auf den ersten Blick eintönigen Mittelpunkt Berlins ermöglichen.

2. November 2017

DIN Modulsystem

Der Campus ist über Jahrzehnte hinweg organisch im Herzen Berlins gewachsen und befindet sich auch heute im ständigen Wandel. Dies erklärt die Fülle an unterschiedlichen Leitsystemen und Architekturen, welche sich über die Jahre hin­weg gebildet haben. So werden verschiedene Angebote, Announcen und Interessen der Studierenden in einer sich selbst organisierenden Zettelwirtschaft an den Wänden und Freiflächen der Gebäude kommuniziert.

In Anlehnung daran wurde ein Leit- und Informationssystem entwickelt, das auf Modulen im DIN-Format basiert. Die Informationseinheiten an den Eingängen sollen als visuelle Marke gut sichtbar sein und einen Überblick über den Campus bieten. Innerhalb des Campusses gibt es reduzierte Einheiten, die eine wegleitende Funktion übernehmen.

Ergänzt wird das analoge Leitsystem durch ein digitales Campus System, das spezifischere Informationen, wie etwa Hinweise auf Veranstaltungen, Workshops und Werkstattangebote enthält um den vielfältigen Möglichkeitenraum des Campus hervorzuheben. Weiter sollen die digitalen Module mit einer Routenfunktion versehen werden um eine individuelle Wegeleitung zu ermöglichen.

Zur Gestaltung beider Informationssysteme wurden eine eigene Piktogrammfamilie und eine Karte entwickelt auf welcher die Gebäude und verschiedene Services verortet sind.

15. August 2017

Codes of Collaboration

Das Projekt »Codes of Collaboration« untersucht das Verhältnis von Wissenschaft und Gestaltung. Beide Dis­zi­pli­nen arbeiten mit sehr verschiedenen Wissensgenerierungs- und Vermittlungsstrategien, wobei sie sich manchmal ertragreich ergänzen doch an anderer Stelle gnadenlos missverstehen. In ihrem gemeinsamen Wirken bilden sie eine hochinteressante Schnittstelle, die seit geraumer Zeit auch eine Reihe von Diskursen und Institutionen beschäftigt. Wie funktionieren ihre Mechanismen? Wie kommu­nizieren sie mit­ei­n­ander? Welchen Einfluss haben sie aufeinander? Ist eine Zusammenarbeit sinnvoll und wenn ja, an welchen Stellen?

»Codes of Collabo­ration« betrachtet all diese Fragen durch die Augen einer Reihe von Akteuren, die aktuell in wissenschaftlichen und gestalterischen Umfeldern agieren. In 23 Interviews werden einzelnen Arbeitsschritte und die Motivation dahinter, die gegen­sei­tige Wahrnehmung sowie Erfahrungen und Erwartungen an eine Zusammen­arbeit thematisiert. Neben den Gesprächen versammelt das entstandene Buch eine Reihe visueller Fundstücke, welche die Texte bebildern und neue Sinnzusammenhänge schaffen. Schritt für Schritt offenbart sich so, inwiefern eine Komplizenschaft der Disziplinen für beide Seiten wertvoll sein kann.

 
11. August 2017

Richtlinie Wohnen

 

Ausgangspunkt des Projektes sind sieben institutionelle Einrichtungen und ihre jeweiligen Wohnvorschriften: ein Studentenwohnheim, ein Asylbewerberheim, eine Haftanstalt, ein Krankenhaus, ein Behindertenheim, ein Pflegeheim und eine Psychiatrie.

In allen Fällen ist der Wohnraum teilweise vorgegeben und angepasst.Das Ergebnis des Projektes ist ein Buch, in dem die Gesetze, Regeln und Richtlinien des Wohnens visualisiert und kategorisiert sind.

Um einen Überblick der verschiedenen Institutionen zu erlangen, erfolgte eine visuelle Recherche, bei der sich erste Unterschiede und Gemeinsamkeiten zeigten. Zu dem Inventar gehört stets ein Bett und ein Tisch mit Stuhl. Im nächsten Schritt folgte eine Visualisierung der unterschiedlichen Wohnsituationen, bei der Neufferts Bauentwurfslehre, sowie Otto Neuraths Neubauwelten wegweisend waren. Damit ein Gefühl für die Raumverhältnisse aufkommt, wurden die Flächengrößen und das gegebene Inventar in standartisierten Raumzeichnungen zusammengefügt.

 

Aus der Bestandsaufnahme ist eine Publikation entstanden, in der die Gesetze, Regeln und Richtlinien visualisiert und kategorisiert sind. Die Publikation »Richtlinie Wohnen« teilt sich in vier Teile auf. Im ersten Teil sind ausgewählte Stellvertreter der Bildrecherche zu sehen. Sie zeigen das stereotypische Klischee der einzelnen Institutionen. Im zweiten Teil sind Texte der inhaltlichen Recherche zusammengefasst. Die Kerninformation wird im dritten Faktenteil stark reduziert zusammengefasst. Die Visualisierung, der vierte Teil, streckt sich über sechs Kategorien. In einem Index befinden sich alle verwendeten Codes und der Schlüssel zur Auflösung.