Infoklasse

Informationsdesign an der UdK Berlin

12. Mai 2017

Zwillingshaft

Im Rahmen des Semesterthemas »Gemeinsam einsam« entstand das Fotoprojekt »Zwillingshaft«.

Angefangen bei eineiigen Zwillingen, über Schwestern, bis hin zu besten Freundinnen zeigen die Fotografien insgesamt fünf Paare, die in inten­siven, beinahe symbiotischen Zweierbeziehungen leben.

In ausführlichen Interviews ließen wir uns den Mikrokosmos der Paare erklären und stellten ihn in fotografischen In­szenierungen dar.

4. Mai 2017

Wittenau–Hermannstraße

Dieses Projekt ist eine Auseinandersetzung mit den Begriffen der Einsam- und Gemeinsamkeit im Bezug auf öffentliche Verkehrsmittel. 1963 schrieb der kanadische Sozio­loge Erving Goffman sein Standardwerk »Behavior in Public Places« über menschliche Verhaltensweisen in öffentlichen Räumen. Seine Analysen haben bis heute Gültigkeit.    In unserem Projekt haben wir seine Thesen aufgegriffen und anhand der Verhaltensweisen der Reisenden in der Berliner U-Bahnlinie 8, zwischen Wittenau und Hermannstraße überprüft. Über mehrere Monate beobachteten wir die Passagiere zu jeder Tages und Nachtzeit und protokollierten ihre sozialen Interaktionen. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen haben wir mit unterschiedlichsten Darstellungs­methoden visuell sowie akustisch umgesetzt.

Dokumentation

Für die Dokumentation unserer Beobachtungen in der U-Bahn entwickelten wir verschiedene Notationssysteme.

Akustische Umsetzung

Neben verschiedenen Visualisierungen haben wir auch akustische und musikalische Umsetzungen unserer Untersuchungen ausgearbeitet. Bei der „Symphonie der Sitzplatzwahl“ werden die Sitzplätze in der U-Bahn verschiedenen Instrumenten zugeordnet. Je nach dem wieviele Fahrgäste ein- und aussteigen und wo sie sich hinsetzten, verändert sich die Musik. Der Streckenverlauf von Wittenau bis Hermannstraße wird so akustisch wiedergegeben.

Körpersprache im öffentlichen Raum

Erving Goffman schreibt viel über die Körpersprache von Menschen im öffentlichen Raum. Um seine Thesen zu überprüfen, haben wir die Fahrgäste in der U-Bahn beobachtet und ihre Gestik zeichnerisch und fotografisch dokumentiert.

Sitzplatzwahl

Für die Wahl der Sitzplätze haben wir besonders viele Visualisierungsvarianten ausprobiert. Unter anderem die hier abgebildete mit Eierbechern.

11. August 2017

Integrationsrezepte

Das Projekt befasst sich mit den Anpassungs­prozessen, die die Auswanderung in ein anderes Land mit sich bringt.

Wir haben neun Köchinnen und Köche besucht, die in einem Land leben und arbeiten, in dem sie nicht aufgewachsen sind. Sie haben für uns ein Gericht aus ihrem Herkunftsland gekocht und es auf zwei unterschiedliche Arten zubereitet: Auf traditionelle Art und in einer „integrierten“ Version, die für die Menschen in ihrer neuen Heimat bestimmt ist.

Zutaten werden ersetzt  oder weglassen, weil sie an dem neuen Ort schlichtweg nicht erhältlich sind. Das Rezept wird verändert, abgemildert, optisch anders arrangiert, um den lokalen Geschmack zu entsprechen.

Wiener Schnitzel: Originalrezept und angepasstes Rezept für die Schweiz

Der Integrationsprozess wird anhand von Rezepten gezeigt, die an das neue Land angepasst worden sind: Weil die Zutaten nicht verfügbar sind, weil die Geschmackspalette anders ist oder weil die kulturell geprägten Erwartungen, was zu einem Gericht „dazugehört“ anders sind.

Original und angepasste Version werden jeweils mit zwei Fotos gegenübergestellt: Die Zutaten und das fertige Gericht werden verglichen.