Universität der Künste Berlin

Klasse Prof. Skopec, Visuelle Systeme

Dora Ferenczy, Miriam Kadel, Philipp Koller, Isabel Kronenberger

HfS Ernst Busch


Die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zieht um. Derzeit ist sie neben dem Hauptstandort in Berlin Schöneweide noch an drei weiteren Standorten in Berlin Prenzlauer Berg, Wedding und Lichtenberg vertreten. Nach einem Beschluss der Berliner Senatsverwaltung im Juni 2009 soll die Hochschule für Schauspielkunst künftig einen zentralen Standort in der Zinnowitzer Straße in Mitte erhalten. Dort werden alle Studiengänge unter einem Dach vereint sein. Unsere Aufgabe war es, analytisch, konzeptionell und gestalterisch Ansätze für eine grafische Sprache dieses Gebäudes zu entwickeln.

HfS Grotesk

Ausgangslage für dieses Konzept ist die formale und inhaltliche Auseinandersetzung mit der Gebäudearchitektur im Zusammenhang mit dem Charakter der Hochschule. Erstere ist gekennzeichnet durch einen großzügigen Schnitt und starke geometrische Formen. Diese klare Architektur steht im Kontrast zu dem sehr bewegten und wandelbaren Gesicht der Institution. Auf Basis dieser Überlegungen kamen wir zu dem Schluss, dass unser Entwurf sowohl optisch als auch inhaltlich eine Verbindung zwischen »Außen und Innen« herstellen soll.

In ihrer Anwendung funktioniert die HfS Grotesk als eigenständiger Körper im Raum, schmiegt sich an die Wände an, schlängelt sich um die Ecke und verändert aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet ihre Gestalt.

Vorbild – Abbild

Alle Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst begegnen in ihrer Studienzeit Vorbildern, mit denen sie sich auseinandersetzen, an denen sie sich, ihre Entwicklung, auch ihre Präsentation orientieren. In einem gewissen Sinne entsteht auf diese Weise das Abbild aus einem Vorbild. Ein Abbild erscheint als Umsetzung, Übersetzung oder gar Abstraktion und entsteht idealerweise in Interpretation eines Vorbildes. So inszeniert der Regisseur etwa ein Literaturstück, nimmt dieses als Vorbild, bringt es als lebendige Aufführung auf eine Bühne und schafft damit ein individuell geprägtes Abbild. Der Schauspieler kreiert aus einer Rolle, einer Textvorgabe einen Charakter, erfüllt sie mit Leben. Auch der Tänzer interpretiert ein Vorbild, indem er Musik in choreografierte Bewegung umsetzt. Es entstehen stets zwei Seiten oder Sichtmöglichkeiten im Spannungsfeld zwischen Vorbild und Abbild, die einen weiten Raum für eigene Interpretationen eröffnen: Sein und Schein, Ernst und Spiel, Wirklichkeit und Inszenierung, Denotat und Konnotat Die Begrifflichkeiten können die Seite wechseln, miteinander verschmelzen und Betrachter in dieser Transformation herausfordern.