Universität der Künste Berlin

Klasse Prof. Skopec, Visuelle Systeme

Judith Holly, Lizzy Onck, Camila Peralta Wieland, Katharina Schwarz

Wittenau–Hermannstraße


Dieses Projekt ist eine Auseinandersetzung mit den Begriffen der Einsam- und Gemeinsamkeit im Bezug auf öffentliche Verkehrsmittel. 1963 schrieb der kanadische Sozio­loge Erving Goffman sein Standardwerk »Behavior in Public Places« über menschliche Verhaltensweisen in öffentlichen Räumen. Seine Analysen haben bis heute Gültigkeit.    In unserem Projekt haben wir seine Thesen aufgegriffen und anhand der Verhaltensweisen der Reisenden in der Berliner U-Bahnlinie 8, zwischen Wittenau und Hermannstraße überprüft. Über mehrere Monate beobachteten wir die Passagiere zu jeder Tages und Nachtzeit und protokollierten ihre sozialen Interaktionen. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen haben wir mit unterschiedlichsten Darstellungs­methoden visuell sowie akustisch umgesetzt.

Dokumentation

Für die Dokumentation unserer Beobachtungen in der U-Bahn entwickelten wir verschiedene Notationssysteme.

Akustische Umsetzung

Neben verschiedenen Visualisierungen haben wir auch akustische und musikalische Umsetzungen unserer Untersuchungen ausgearbeitet. Bei der „Symphonie der Sitzplatzwahl“ werden die Sitzplätze in der U-Bahn verschiedenen Instrumenten zugeordnet. Je nach dem wieviele Fahrgäste ein- und aussteigen und wo sie sich hinsetzten, verändert sich die Musik. Der Streckenverlauf von Wittenau bis Hermannstraße wird so akustisch wiedergegeben.

Körpersprache im öffentlichen Raum

Erving Goffman schreibt viel über die Körpersprache von Menschen im öffentlichen Raum. Um seine Thesen zu überprüfen, haben wir die Fahrgäste in der U-Bahn beobachtet und ihre Gestik zeichnerisch und fotografisch dokumentiert.

Sitzplatzwahl

Für die Wahl der Sitzplätze haben wir besonders viele Visualisierungsvarianten ausprobiert. Unter anderem die hier abgebildete mit Eierbechern.